Positive Zwischenbilanz

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nach 80 Tagen wirken

Den Verein Wohnmobilland Schweiz gibt es erst seit 80 Tagen, aber trotzdem haben wir schon einiges erreicht. Schweizweit gibt es 2020 nun 72 neue offizielle Stellplätze, die Zahl wurde ziemlich genau verdoppelt. Wer hätte dies noch an Ostern gedacht. Klar, einige sind nur temporär und werden wieder verschwinden, andere sind im Testbetrieb und Bilanz wird im Herbst gemacht, aber so wie es momentan aussieht, werden mindestens die Hälfte bleiben und oder auch nächstes Jahr wieder öffnen. Nicht alle neuen Stellplätze sind nun nur wegen Corona oder unserem Verein eröffnet worden, aber was ganz sicher extrem half: in der Presse wurde die Problematik von fehlenden Stellplätzen für Wohnmobilisten aufgegriffen und bekannt gemacht. Der Beitrag bei 10vor10, ein Bericht im Beobachter, Tagesschau und im Blick haben extrem geholfen. Dazu wurden via Bauernzeitung auch die Landwirte informiert und auch Kantone wie Uri, Neuenburg und Glarus trugen das ihrige bei.

Und was uns als Vorstand besonders freut: viele neue Stellplätze fragen uns um Rat, kopieren unsere Stellplatzordnung und sind einfach froh, haben sie einen Ansprechpartner. Ich glaube, dies ist unser momentan grösster Erfolg, wir werden wahrgenommen.

Ebenso unser Stellplatzverzeichnis. Geboren aus der Not, weil es nirgends ein Verzeichnis gab, wo nur offiziellen Stellplätze erfasst sind. Wir nehmen keine Freistehplätze auf oder normalen Parkplätze, sondern nur die Plätze, wo das Übernachten mit dem Wohnmobil offiziell erlaubt ist. Nur schon für diese Zusammenstellung lohnte sich die Gründung unseres Vereins. Diese Arbeit und die Fülle von Informationen wäre ohne unsere Mitglieder nicht möglich gewesen. Wir sind inzwischen schon 287 Aktivmitglieder und 90 Partnermitglieder. Danke allen, die da mitmachen. Denn es gibt noch viel zu tun.

Eine sehr wichtige Aufgabe wird in Zukunft sein, mehr Entsorgungsstellen in der Schweiz zu errichten. Insbesondere Grauwasserentsorgung fehlt in grossen Gebieten, es gibt zum Beispiel keine öffentliche Grauwasserentsorgung im ganzen Gebiet der Innerschweiz und Gotthard. Auch in andern Landesteilen sieht es damit düster aus. Und es kann ja auch nicht sein, dass Waschanlagen missbraucht werden, Grauwasser zu entsorgen oder in die Kanalisations-Schächte mit den Schlitzen in den Deckeln das Abwasser abgelassen wird. Denn dies sind Regenwasserkanäle laufen ungefiltert in das nächste natürliche Gewässer.

Und dann ist da noch unser Projekt von «Sanitary inside», die Markierung von Fahrzeugen mit eigener Toilette und Abwassertank. So sollen Fahrzeuge ohne Toilette auf Stellplätze mit WC und nur die andern auf Stellplätze ohne WC’s, so könnten langfristig Verbote umgangen werden. Wenn ein solcher Kleber für 20.- an Fahrzeuge mit WC abgegeben werden und mehrere Jahre Gültigkeit haben, wäre dies auch finanziell für die Wohnmobilisten tragbar, oder?

Stellplatz mit WC

Wo es Positives gibt, gibt es immer auch negatives. So sind nicht alle neuen Stellplätze so, wie wir dies wünschen. Wenn ein Parkplatz im Engadin ohne Infrastruktur über 40.- pro Nacht kostet, ist dies sicher nicht in unserem Sinne, auch gibt es nun einige Stellplatzbetreiber, die vorwiegend den finanziellen Gewinn sehen, aber ob dies längerfristig der Erfolg wird, wird sich zeigen.

Ebenso sind wir als Verein noch nicht ganz so top durchorganisiert, wie wir das gerne wären, der Handelsregisterauszug fehlt noch und die Webseite ist noch nicht auf französisch und italienisch zugänglich. Dies kommt alles noch, aber eben, der Vorstand macht dies nicht hauptberuflich und basiert auf freiwilliger Arbeit. So kommt man gut voran, aber nicht ganz so schnell, wie wenn sich jeder zu 100% darum kümmern könnte. Aber das sei uns verzeihen, oder?

Weiter haben wir auch ein Schweizer Wohnmobil-App geplant, nur mit den offiziellen Stellplätzen und anderen wichtigen Womoinfos für die Schweiz. Ebenfalls sind wir dran, für die Stellplätze ein einfaches, günstiges elektronisches Zahlsystem zu entwickeln, das auch ausländische Durchreisende ohne Download oder Registration benützen können.

Die Arbeit geht uns also nicht aus. Und wer noch Infos über Schweizer Stellplätze oder Entsorgungsstationen hat, einfach melden.

Ach ja, fast vergessen, die Webseite wohnmobilland-schweiz.ch wurde im Juli von 16'000 Personen aufgerufen! Wär hätte diesen Erfolg vor 80 Tagen erwartet?

Der Vorstand

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